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Stichwortverzeichnis Bergmännischer Begriffe

Ø  K

Knappe: frühere Bezeichnung für den Bergmann schlechthin

Knappenjacke, -tracht: bergmännische Paradejacke in verschiedenen reviertypischen Ausführungen und nach Dienststellungen eingeteilten Schmuckformen oder Abzeichen

Knappschaft: durch das Preußische Berggesetz im Jahre 1854 eingeführte soziale Selbsthilfe-Einrichtung der Bergleute, Vorläufer der deutschen Sozialversicherung

Knappschaftsrolle: Liste der eingetragenen Mitglieder

Knappschaftsverein: frühere Bezeichnung der Knappschaft, auch örtliche Vereinigung

konsolidieren, Konsolidierung: Vereinigen, Zusammenfassen von zumeist kleineren Grubenfeldern oder -betrieben

Konsumverein: Genossenschaftliche Einkaufs-Organisation zur Versorgung der (als Mitglieder zahlenden) Bergleute.

Korb: siehe Förderkorb

Kux, Kux- Schein: früherer Besitzanteil an einem Grubenbetrieb - im Gegensatz zur heutigen Aktie (reiner Gewinnanteil) gleichzeitig auch »Verlustanteil«

 

Ø  L

Lachter, das: altes bergmännisches Längenmaß, etwa 2 Meter (siehe dazu die Tabelle auf Seite 476)

Lager, Lagerstätte. Lagerzug: Mineralvorkommen in der natürlichen Gebirgsablage

lesen. Lesejunge: sortieren, halbwüchsiger Sortierarbeiter früherer Zeiten

Liegendes, das: die unter dem   Erzlager anstehenden Gebirgsschichten

lösen; entwässern, entsorgen

Lutte, Luttenrohr: Rohrleitung für die Bewetterung von Grubenbauen

 

Ø  M

Magazinbau: siehe Abbauverfahren

mächtig, Mächtigkeit: stark, voluminös bzw. Stärke - z. B. eines Erzganges

Markscheide, die: Grenze eines Grubenfeldes bzw. eines Grubenbetriebes

Markscheiden: angrenzen

Markscheider: akademischer Vermessungsingenieur im Bergbau, mit staatlicher Ausbildung und Konzession

Maschinenschacht: senkrechter Schacht mit Maschinenförderung

Maschinensteiger: Aufsichtsperson, der die Verantwortung für die maschinelle Ausrüstung eines Bergwerks übertragen ist

Matte Wetter: sauerstoffarme bzw. an Kohlendioxyd reiche Luft in Grubenbauen, auch verbrauchte Luft

Methangas: siehe Schlagwetter

möllern, der Möller: mischen, vermengen - bzw. Einsatzstoffe für einen Hochofen (Erz, Koks, Kalk, Schrott)

Mulde:

a) Kippgefäß bzw. Fördergefäß an Grubenwagen und Seilbahnen

b) muldenförmiges Erzlager, besonders beim Brauneisenstein

muten. Mutung einlegen: nach früherem Bergrecht:

Antrag auf Verleihung eines Grubenfeldes bzw. einer Grube

 

Ø  N

nachreißen: im Querschnitt Vergrößern von Grubenräumen

 oder Strecken mit Vortriebsmaschinen

nachschießen: desgl. mit Sprengwirkung

Nest: räumliche Anhäufung von Erzen

Neuaufschluss: siehe Aufschluss

Notfahrt: behördlich vorgeschriebene Sicherheitssteigleiter beim Abteufen von Schächten

 

Ø  O

Oberberghauptmann: Titel eines hohen bergmännischen Staatsbeamten

Oberbergamt: oberste Bergbehörde eines jeden Bundeslandes

Oberbergrat: Titel eines höheren bergmännischen Staatsbeamten (heute Bergoberrat)

Obersteiger: Titel eines Betriebsführers im Bergbau

Örterbau, schwebender: siehe Abbauverfahren

Ort, das: jede Stelle eines Bergwerkes mit bergbautechnischem Zweck, auch Abbaubereich  einer Strecke (»vor Ort«)

Oxydationszone: mineralogischer Begriff für die oberflächennahen Bereiche einer Grube, in welchen   eine chemische Umwandlung der Minerale durch Einwirkung von Sauerstoff erfolgen kann - z. B. Rot- oder Spateisenstein in »Glaskopf«

 

Ø  P

Pfeiler: zwischen Abbauräumen stehen bleibende Lagerstättenteile zum Abstützen der Grubenbaue

Finge: trichterförmige Vertiefung im Gelände nach oberflächennahem Bergbau

Polnischer Türstock: hölzerner Streckenausbau mit rechtwinklig aufgelegter Kappe

Preußischer Bergfrack: siehe Bergfrack

Puddelverfahren: Verfahren zur Stahlerzeugung; Roheisen wird im Flammofen eingeschmolzen und durch den Luftüberschuss der Flamme bei 1480 Grad Celsius gefrischt. Der Frischvorgang wird durch Aufbrechen und Verteilen der Schmelzmasse mittels Stangen und Haken unterstützt