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Oberscheld im Wandel der Zeit Es war einmalAls ich vor vielen Jahren kam zur Welt in einem Dörfchen namens Oberscheld, da sah die Welt noch anders aus in diesem Ort, in jedem Haus. * Zwei Bäche trafen sich im Ort, und flossen dann zusammen fort. Ihr Wasser sah aus wie roter Wein, gefärbt in den Gruben vom Eisenstein. * Durchs Dorf fuhr pfeifend die Eisenbahn, und schloss den Ort an die Außenwelt an. Von früh bis in die späte Nacht hat sie die Menschen zur Arbeit gebracht. * Und von den Gruben ringsumher fuhr sie das Erz zum Hochofen her. Dort wurde es zu Eisen gemacht, zu Stangen geformt und zu den Hütten gebracht. * Wer je das Schauspiel sah bei Nacht, der hat bestimmt dabei gedacht, der Hochofen von Oberscheld ähnelt dem Drachen aus der Märchenwelt. * Doch was ich beschrieb ist Vergangenheit, es sind nur noch Bilder aus einer anderen Zeit. Keine Schelde, keine Eisenbahn, keinen Hochofen man mehr sehen kann. * Kein „Glück-Auf" mehr aus den Gruben schallt, still ruhen sie im stillen Wald. Man hat sie alle stillgelegt, keine rote Erde mehr an den Schuhen klebt. * Nur die Menschen sind die gleichen geblieben, und wer sie kennt, der wird sie lieben. Und man spürt noch heute, nach so vielen Jahr`n, dass Oberscheld einst ein Bergmannsdorf war!
Heimatgedicht von Gertrud Schäfer geb. Schmid
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